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Das Stromrad

Auch wenn ich zu jeder Jahreszeit und fast täglich mit dem Rad unterwegs bin, lassen sich zu einer Radreise noch ein paar nützliche Dinge zusätzlich sagen.

Bei sehr vielen Stromrädern stammt lediglich der Rahmen aus der Konstruktionsabteilung der Fahrradmarke während die technischen Komponenten wie aus einem Baukastensystem um den Rahmen herum gebaut werden. Unterschiede bestehen in den Qualitätsstufen dieser Bauteile. Deshalb spielt die Fahrradmarke viel weniger eine Rolle, als die Belastbarkeit und Verlässlichkeit der Komponenten. Mein Rad ist ein Tourenrad, mit dem ich auch im Alltag unterwegs bin.

Passive Verkehrssicherheit

Dass ein Stromrad verkehrssicher sein muss, versteht sich von selbst. An meinem Rad seht ihr zusätzlich ein rotes Fähnchen. Ich nenne das ‚passive Verkehrssicherheit‘ – und die wirkt spürbar! Nicht jede Straße hat ihren Radweg, weshalb man sich dann die Verkehrsfläche mit PKW, LKW oder Traktoren teilen muss. Während meiner Tour habe ich die sehr positive Erfahrung gemacht, dass dieses Zusatzsignal die allermeisten Fahrzeugführer vorsichtig sein lässt. Da wird nicht vor einer Kurve oder vor einer Kuppe überholt, da wird der entgegenkommende Verkehr abgewartet. Ich habe mich deshalb sogar dafür entschieden ab sofort dauerhaft mit roter Flatterfahne zu fahren. Aber Vorsicht bei der Materialwahl! Bei einem Onlinehändler gab es eine zusammensteckbare Fahnenstange. Die hat nur zwei Tage gehalten, bis die Plastik-Verbindungsstücke zerbrochen waren. Stattdessen nutze ich anschließend einen anderthalb Meter langen, durchgehenden Fiberglasstab, der mit einem Halten auf Achshöhe befestigt ist.

Akkukapazität

Die wichtigste Größe bei einer Radreise mit dem Stromrad ist die Leistungsfähigkeit der Akkus. Zum einen sollte man immer eine Reserve von 15 bis 20 Prozent der Akkuleistung einplanen. Zum anderen waren meine letztendlich zurückgelegten Strecken über alle Tage gerechnet fast zehn Prozent länger, als die zuvor ausgearbeiteten Routen. Das liegt an Zusatzwegen zu Sehenswürdigkeiten, Umleitungen oder auch daran, dass man sich mal trotz Navi verfährt. Die Distanz zwischen Gasthof und Gasthof sollte nach diesen Vorüberlegungen ungefähr 70 Prozent von dem betragen, was man im Normalfall mit dem Akku zurücklegen kann. Akku-Beispiel: Bosch Powertube 500. Normale Reichweite ca. 82 km im Modus ‚Tour‘ > ((82km*0,8)*0,9)=59km. Ich hatte zwei Akkus dabei. Das klingt nach einer einfachen Lösung, wobei man erstmal einen Weg finden muss, den Ersatzakku zunächst zum Startort und später vom Zielpunkt aus nach Hause zu transportieren. Weder per Bahn noch mit einem der üblichen Paketdienste ist der Transport eines Akkus zulässig. Während der Reise habe ich je einen der beiden Akkus wechselweise in der Hängetasche transportiert, die auf dem Foto unter dem Oberrohr zu erkennen ist.

Pannensichere Reifen

Ganz sicher das Lästigste, was einem mit einem voll beladenen Fahrrad während einer langen Tour passieren kann, ist wohl eine Reifenpanne. Zu meiner allerersten Anfangszeit auf dem Stromrad hatte ich mehrfach die Gelegnehit, eine solche Situation auszuprobieren. Dann riet mir ein örtlicher Fahrradhändler dazu, pannensichere Mäntel aufzuziehen. Seither bin ich mit den Reifen des ersten Rades 15.000 km und mit meinem Deutschlandtour-Fahrrad 17.400 km gefahren – ohne jede weitere Reifenpanne. pannensichere Reifen haben auf der Rückseite der Lauffläche innerhalb des Mantels einen Kunststoffeinsatz. Dadurch wird der Schlauch vor durchstechenden Nadeln, Metallsplittern oder Dornen geschützt. Ein pannensicherer Reifen kostet zwar das Dreifache im Vergleich zu seinem Standard-Pendant, die Sicherheit jedoch, ohne Reifenpanne und Schlauchflicken ans Ziel zu kommen, lohnt die Investition allemal.

Nicht für’n Arsch: Der Sattel

Gleich aus zweierlei Gründen gilt „wie du dich setzt, so sitzt du“. Zum einen sind Sättel auf dem Markt, die den persönlichen Hosenverschleiß erheblich steigern. Zum anderen ist nicht das stundenlange Sitzen auf dem Sattel problematisch, sondern das stundenlange, gleichförmige Bewegen. Wegen Letzterem darf der Sattel durchaus eine Eigenpolsterung besitzen, am besten gepaart mit gepolsterten Radlerhosen oder Radlerunterhosen. Kostspieliger als ein vernünftiger Sattel sind Hosen die im Schritt aufgerieben werden und Löcher bekommen. Gute Erfahrungen habe ich mit Sätteln gemacht, die an der Reibestelle zwischen Sattel und Hose keine Naht besitzen.